Nachsuche

Jeder von uns Jägern hat schon die leidvolle Erfahrung gemacht, dass der Schuß nicht da saß, wo er sein sollte und wie er beabsichtigt war. Deshalb gehört zum Jagen ein brauchbarer Hund, um dem Wild unnötiges Leid zu ersparen.

Die Gruppe Simmern im Deutschen Teckelklub 1888 e.V. hatte aus diesem Grund Rolf Bergheim zu einem Lehrgang „Nachsuche mit dem Teckel“ eingeladen. Rolf Bergheim als anerkannter langjähriger Schweißhundführer in Rheinland Pfalz, er führt einen Hannoverschen Schweißhund, hatte sich dankenswerter Weise bereit erklärt, für die Gruppe einen Lehrgang abzuhalten. Viele Teckelfreunde nutzten das Angebot.

Im theoretischen Teil erläuterte Rolf Bergheim zunächst Möglichkeiten der Vermeidung von Nachsuchen beim Jagdbetrieb. Als Grundregeln für die Abrichtung zur Nachsuche gilt: Alles vermeiden, was den Hund bei der Arbeit verleiten könnte, die Nase hochzunehmen. Nur auf kalten Fährten, mit Nackenwind, auf freien Flächen, in Alt- oder lichten Stangenhölzern üben. Mit der Ausbildung für die Nachsuchenarbeit sollte ab dem 7 Monat begonnen werden, wobei der Welpe schon früh mit Futterschleppen eingeübt werden kann. Er erläuterte die 3 klassischen Formen der Ausbildung der Schweißhunde: 1. Ausbildung auf der gesunden, kalten Fährte von beobachtetem gesunden Schalenwild, 2. die Arbeit auf der Fährte von zahmen Schwarzwild, 3. die Ausbildung mit dem Fährtenschuh. Die ersten Fährten sollten 300 bis 500 m betragen und dann bis auf 1000 m ausgedehnt werden. Die Arbeit mit dem Fährtenschuh bietet dem Führer die größte zeitliche und örtliche Unabhängigkeit.

Es folgten Erläuterungen über die zweckmäßige Ausrüstung des Nachsuchengespanns. Wichtiger Bestandteil ist der Schweißriemen mit Brustgeschirr oder Halsung. Wobei er das Brustgeschirr anstelle des breiten starren Halsbandes empfahl, da es den Hund weniger behindert und die Wirbelsäule weniger belastet.

Danach ging es ins Revier. Rolf Bergheim zeigte den Lehrgangsteilnehmern anhand praktischer Anschussbeispiele, wann der Teckel zur Nachsuche eingesetzt werden kann. Aufgrund seiner Körpergröße sind dem kleinsten Jagdgebrauchshund Grenzen gesetzt. Eine Nachsuche mit verbundener Hetze auf ein Stück Rot-, Schwarz- und Rehwild sollte man den Spezialisten überlassen. Besonders betonte er, dass mit einer Nachsuche generell erst 4 Stunden nach dem Schuss begonnen werden sollte, selbst wenn die Pürschzeichen eindeutig sind und auf eine Totsuche hinweisen. Das Stück hat dann ausreichend Zeit, krank zu werden und die Wundwitterung ist für den Hund leichter von der Gesundwitterung zu unterscheiden.

Bei den gezeigten Anschüssen zeigte sich, dass selbst bei schwersten Schussverletzungen sehr wenige eindeutige Pürschzeichen am Anschuss zu finden sind. Die Einarbeitung auf der gesunden kalten Fährte ermöglicht es auch dem Hund später die immer häufiger anfallenden Nachsuchen nach Verkehrsunfällen, bei denen das Wild häufig nur innere Verletzungen hat, zu bewältigen.

Jeder der Teilnehmer nahm ein Stück neuer Erkenntnisse mit nach Hause. Fazit des Nachmittags: Man lernt nie aus! Rolf Bergheim meinte zum Abschied „Bei jeder Nachsuche lerne ich selbst wieder Neues dazu“.