Auch gepflegten Hunden juckt hin und wieder das Fell

Parasiten sind selbst bei gepflegten Hunden keine Seltenheit und Studien zufolge ist jedes dritte bis vierte Heimtier regelmäßig von Parasiten befallen. Kein Wunder also, dass die Hersteller der antiparasitären Präparate bemüht sind, moderne Produkte auf den Markt zu bringen.

Zeitgemäße Formulierungen gegen Ungeziefer werden heute gezielt auf den spezifischen Schadorganismus abgestimmt. Wirkstoffmengen und deren Konzentrationen können so auf das unbedingt notwendige Mindestmaß reduziert werden und die Wirkstoffe setzen exakt dort an, wo sie wirken sollen, nämlich beim Schädling. Die Wirkstoffkombination von Imidacloprid und Permethrin ist u.a. ein Beispiel für diese zeitgemäße Entwicklung. So ist es mit dieser Formulierung gelungen, ein Tierarzneimittel für Hunde zu entwickeln, das am Tier befindliche Parasiten abtötet und gleichzeitig über Wochen gegen dieses gefährliche Ungeziefer schützt.

Das Spektrum der Schädlinge die Hunde befallen können, ist vielfältig. Flöhe und Zecken spielen hier sicher eine sehr große Rolle. Immer häufiger treten in jüngster Vergangenheit in den Tierarztpraxen Fälle von Stech- und Schmetterlingsmücken auf, die unsere geliebten Vierbeiner nicht minder peinigen. Flöhe sind, und hier vornehmlich der Katzenfloh, wie aktuelle Studien zeigen, schon längst nicht mehr ausschließlich an den Sommer gebunden und treten bedingt durch zentral geheizte Wohnungen genauso im Winter auf. Hinzu kommt, dass gerade der Katzenfloh in seiner Ernährung absolut nicht wählerisch ist und sich gierig auf alles stürzt, was warmes Blut in den Adern hat. Die in unseren Regionen beheimatete Zecke, der Gemeine Holzbock, ist, wie verschiedene Institute melden, bedingt durch die milden Winter weiter auf dem Vormarsch. Zusätzlich sorgen Mäuse als Hauptwirte dieser Zeckenart für eine mehr oder weniger flächendeckende Verbreitung in Deutschland, so dass der Gemeine Holzbock mittlerweile ebenso schon in städtischen Parkanlagen und heimischen Gärten auf seine Opfer lauert. Bedingt durch stets wachsenden Tourismus wird immer häufiger die in Südeuropa beheimatete Braune Hundezecke nach Nord-, West- und Mitteleuropa eingeschleppt. Da diese Zeckenart an Wärme und Trockenheit gewöhnt ist, kann sie im Gegensatz zu unseren Zecken problemlos in einer Wohnung überleben. Gekoppelt mit extrem hohen Vermehrungsraten (5.000 Nachkommen pro Weibchen) ist ein Massenbefall fast immer die Folge. Fehlt es in einer solchen Situation an Opfern, wird neben dem Hund auch der Mensch attackiert.

Die milden Winter in unseren Breiten begünstigen die Stechmücken, die ebenso vor Hunden nicht Halt machen. Ebenso ein Souvenir aus dem sonnigen Süden sind die Schmetterlingsmücken, die neben den extrem stark juckenden Stichen auch Infektionskrankheiten übertragen können.

Ein für Hunde ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko sind heimtückische Infektionskrankheiten, die von Insekten wie von Zecken übertragen werden können. Oft sind sich Hundehalter dieser Problematik nicht bewusst und berücksichtigen eine solche Gefährdung nicht im Gerings-ten. Nachfolgend soll in diesem Abschnitt aufgezeigt werden, welches Gefährdungspotential von Flöhen, Mücken und Zecken ausgeht. Gemein ist allen drei Parasiten, dass sie das Blut, in diesem Fall von Hunden, für ihre eigene Entwicklung benötigen und beim Stich Krankheitserreger übertragen können.

Flohstiche führen zunächst zur lokalen Hautreaktion, was in der Regel mit erheblichem Juckreiz verbunden ist und durch Kratzen fast immer zu Entzündungen sowie vielfach großflächigen Hauterkrankungen führt. Bei starkem Flohbefall sind Gewichtsverlust und Blutarmut nicht selten die Folge, was gerade für Welpen ein lebensbedrohliches Risiko darstellt. Insbesondere Hunde reagieren vielfach allergisch bei Flohbefall, so dass zu den o.g. Komplikationen häufig eine allergische Flohdermatitis hinzukommt. Durch Flöhe können ferner Bakterien, Pilze und Bandwürmer ebenso auf den Hund übertragen werden.Problem für die Mücken ist bei vielen Hunden das Fell, so werden Mückenstiche immer an leicht zugänglichen Hautstellen wie am Unterbauch, an den äußeren Geschlechtsorganen sowie in der Leisten-gegend erfolgen. Der Hund reagiert bedingt durch Schmerz und Juckreiz mit einem gestörten Allgemeinbefinden und je nach Häufigkeit der Stiche treten auch Blutungen und Schwellungen an den Einstichstellen auf. Weitaus ernsthafter und komplizierter sind die Folgen der Stiche von Schmetterlingsmücken, da durch diese Mückenart die Leishmaniose, eine heimtückische Infektionskrankheit, übertragen werden kann. Diese Mückenart und Krankheit ist vornehmlich an tropische und subtropische Regionen gebunden und tritt in Europa primär im Mittelmeerraum auf. Dennoch nimmt, wie von Tierärzten gemeldet wird, die Zahl der durch den Tourismus eingeschleppten Hundeleishmaniose in unseren Breiten ständig zu. Aufgrund der oft langen Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit können entsprechende Symptome beim Hund ganzjährig auftreten. Für den Menschen ebenso nicht ganz ungefährlich, denn eine Mücke, die zuvor an einem infizierten Hund gesaugt hat, kann die Leishmaniose beim Stich dann auf den Menschen übertragen.

In den gemäßigten Breiten von Nord-, Mittel- und Westeuropa sind Hunde in erster Linie durch die vom Gemeinen Holzbock übertragene Lyme-Borreliose gefährdet. Ein mittlerweile nicht zu unterschätzendes Risiko, da die Lyme nicht wie die FSME an bestimmte Regionen gebunden ist und in Deutschland etwa jede fünfte Zecke Borreliose-Bakterien in sich trägt. Problematisch ist bei Hunden das schwere Erkennen der Erkrankung, denn die Symptome treten erst Tage oder Wochen nach der Infektion auf. Sie beginnt mit Fieberschüben und führt schließlich zu Gelenkerkrankungen und Lähmungen. Unbehandelt wird im weiteren Verlauf der Erkrankung neben Herz und Nieren ebenso das Nervensystem vom Hund beeinträchtigt. Eine Behandlung ist zwar möglich, oft aber durch ein zu spätes Erkennen nicht immer erfolgreich. In den Mittelmeerländern sind Hunde primär durch die von der Braunen Hunde-zecke übertragenen Ehrlichiose und Babesiose gefährdet. Ebenso zwei heimtü-ckische Infektionskrankheiten, die für das Tier viel Schmerz sowie Leid mit sich bringen und ohne rechtzeitige Behandlung tödlich verlaufen können. Längst sind diese Krankheiten nicht ausschließlich an Südeuropa gebunden. Denn viele Urlauber nehmen ihre Vierbeiner mit auf die Reise in den sonnigen Süden, so dass die Braune Hundezecke als ”blinder Passagier” in unsere Breiten eingeschleppt wird. An Trockenheit und Temperaturen von mehr als 20_C gewöhnt, findet diese Zeckenart in unseren zentral geheizten Wohnungen ideale Lebensbedingungen.

Neben diesen o.g. Infektionskrankheiten kann es infolge eines Zeckenkontaktes bei Hunden ferner zu einer Zeckenlähmung kommen. Erwachsene Weibchen vom Gemeinen Holzbock und von der Braunen Hundezecke haben im Speichel eine Subs-tanz, die bei Hunden zu einer schleichenden Lähmung führt. Da die erwachsenen Weibchen der Zecken 9 Tage für ihren Saugakt benötigen, kann sich, sofern die Zecke übersehen und nicht rechtzeitig entfernt wird, eine vollständige Lähmung bis hin zu einer tödlich verlaufenden Atemlähmung einstellen.

Die Ausführungen zu den durch Flöhe, Mücken und Zecken verursachten Erkrankungen haben sicher deutlich gemacht, dass es sinnvoller ist, einen Stich bzw. den Kontakt mit diesen Parasiten zu vermeiden, anstatt eine heimtückische Infektion zu heilen. Dahingehend sollte für jeden Hundehalter entsprechende Prophylaxe keine Frage sein. Mit der Kombination der Wirkstoffe Imidacloprid und Perrnethrin steht ein Tierarzneimittel für Hunde zur Verfügung, dass neben der abtötenden ebenso eine abwehrende Schutzwirkung gegenüber Flöhen, Mücken und Zecken aufweist. In Tabelle l ist aufgezeigt, welche Schutzdauer das Präparat bei welchem Parasit aufweist. Das Arzneimittel ist beim Tierarzt erhältlich und wird in der Darreichungsform als Spot-On-Lösung angeboten. Mittels einer Pipette wird die Lösung auf die Haut des Hundes vom Schulterblatt über Rücken bis hin zur Schwanzwurzel aufgetragen. Nach dieser Anwendung verteilt sich die Lösung selbstständig über den ganzen Körper des Hundes und bietet die in Tabelle l aufgezeigte Schutzwirkung. Als Mindestdosis empfiehlt der Hersteller 10 mg/kg Körpergewicht Imidacloprid und 50 mg/kg Körpergewicht Permethrin. Um diese Dosierung bei allen Hunden verschiedener Größe realisieren zu können, ist das Präparat in vier verschiedenen Größen erhältlich und sollte gemäß Tabelle 2 angewendet werden. Eine Anwendung sollte nicht bei Welpen unter 7 Wochen sowie unter 1,5 kg Körpergewicht erfolgen. Des Weiteren jst zu berücksichtigen, dass dieses Tierarzneimittel ausschließlich für Hunde konzipiert ist und nicht bei Katzen angewendet werden darf. Ein Präparat, das in der Reiseapotheke eines Hundehalters, wenn es mit Hund in den Süden geht, nicht fehlen sollte.

In Anbetracht der erheblichen Gesundheitsrisiken für den Hund durch die Übertragung heimtückischer Infektionskrankheiten durch Parasiten sollten vorbeugende Maßnahmen für jeden verantwortungsbewussten Hundehalter im Vordergrund stehen. Die Ausführungen in diesem Beitrag haben sicher deutlich gemacht, dass es in jedem Falle sinnvoller und angebrachter ist, den Kontakt mit Flöhen, Mücken und Zecken im Vorfeld zu vermeiden, anstatt den Hund mit teuren und teils aussichtslosen Therapien behandeln zu lassen. Mit der Kombination von Imidacloprid und Permethrin steht für Hunde ein Tierarzneimittel zur Verfügung, das eine zuverlässige Prophylaxe ermöglicht und damit dem Tier viel Leid und Schmerz erspart wird.

Thomas F. Voigt, 69511 Laudenbach/Bergstraße (Der Autor ist von der IHK Rhein-Neckar öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schädlingsbekärnpfung im Gesundheits- und Vorratsschutz

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